Leisetreter

Für Leisetreter

Das Cercle Bruit Schweiz, die Vereinigung kantonaler Lärmschutzfachleute, abgekürzt CB, befasst sich seit 2002 mit der Lärmthematik in Bezug auf Wärmepumpen. In der Schweiz gelten mittlerweile relativ strenge Vorgaben. Deshalb kann es vorkommen, dass die Wärmepumpe nicht bewilligt wird, obwohl der bestehende Oelbrenner draussen massiv lautere Geräusche verursacht.

Aufgrund der strengen Vorgaben werden viele Hersteller gezwungen, über die Bücher zu gehen. Sie mussten ihre Geräte entsprechend optimieren. Die Wärmepumpen der Striega Therm gehörten schon immer zu den leisesten auf dem Markt. Dabei werden keine Tricks angewendet. Ebenso steckt kein Betriebsgeheimnis dahinter. Einzig und allein die Physik wird berücksichtigt.

Die grösste Lärmquelle einer Wärmepumpe stellt der Verdichter dar. Dieser steht bei unseren Wärmepumpen meist im Inneren des Hauses, zum Beispiel im Keller oder einem Technikraum. Draussen im Garten, einem Vorplatz oder einer Einfahrt steht dann nur noch der Verdampfer mit einem Ventilator. Die Baugrösse, respektive die Fläche der Verdampfer-Batterie, spielt dabei eine massgebliche Rolle. Bei gleicher Heizleistung muss bei einer kleineren Fläche die Luftmenge viel grösser sein. Deshalb wird dieses Gerät unvermeidlich auch lauter.

Dementsprechend wird es bei einer grösseren Fläche und dafür weniger Luftmenge automatisch leiser. Wenn Sie eine Wärmepumpe erwerben möchten, die den heutigen Lärmvorschriften entspricht, werden Sie nicht umhinkommen, draussen einen grösseren Verdampfer aufzustellen. Leider wird in der Praxis immer wieder mit diversen Tricks versucht, die Vorschriften und Vorgaben zu umgehen. Nachstehend im Überblick die bekanntesten “Schummeleien” und unsere Erklärungen dazu.

SchallLeistung/-Druck

Grundsätzlich gilt: Seriöse Firmen geben den Schall-Leistungspegel in Dezibel an. Dieser Wert wird direkt am Entstehungsort, nämlich dem Aussengerät (Verdampfer) gemessen. Mit diesem Wert und unter Berücksichtigung des Aufstellungsorts sowie der Distanz zum Nachbarsgrundstück kann man ziemlich genau berechnen, ob der Nachbar von der Wärmepumpe noch ein Geräusch hören wird. Natürlich muss dazu gesagt werden, dass das persönliche Empfinden bei jedem Menschen unterschiedlich ist. Je grösser die Entfernung wird, desto kleiner
wird der Schall-Druckpegel und infolgedessen werden auch die Geräusche weniger. Beispiel für ein Haus mit einer Wohnfläche von ca. 180–220 m2, mit einem Wärmebedarf von 9 kW (-8/35) AWS 16 mit folgenden Schallwerten:

Schall-Leistungspegel= 51.7 dB(A)
direkt an der Verdampfer-Batterie gemessen.
Schall-Druckpegel in 1m = 43.7 dB
gemessen bei 1m Abstand zur Verdampfer-Batterie.
Schall-Druckpegel in 10m= 23.7 dB
gemessen bei 10 m Abstand zur Verdampfer-Batterie.

Selbstverständlich würde es sich auch in unseren Unterlagen besser machen, wenn wir anstelle des Schall-Leistungspegels (51.7 dB), den Schall-Druckpegel in 10 m Abstand angeben würden (23.7 dB). Dem Kunden gegenüber wären das aber ausserordentlich unfaire Angaben. Es handelt sich dabei um ein und dieselbe Wärmepumpe!

Fazit:

Leider kann es passieren, dass der Interessent unterschiedliche und zum Teil falsche Werte, den sogenannten “Papierwert” vergleicht. Es ist möglich, dass aus diesem Grund eine Wärmepumpe eingesetzt wird, welche die Schallwerte nicht einhalten kann. Das kann zu heftigen Nachbarschaftsstreitigkeiten und massiven Problemen mit den Behörden führen.

Tipp:

Lassen Sie sich die Angaben bezüglich der Werte, die Sie im Prospekt eines Lieferanten finden, vom Hersteller auch schriftlich bestätigen. So kann allenfalls kein Druckfehler vorgeschoben werden. Archivieren Sie die Bestätigung sorgfältig. Sollte es zu Streitigkeiten kommen, können Sie jederzeit auf den Hersteller/ Lieferanten zurückgreifen und ihn, wenn nötig, zur Rechenschaft ziehen.


SchallWert bei Inverter

Modulierende Wärmepumpen passen ihre Leistung dem Wärmebedarf an. Mit zunehmendem Wärmebedarf fährt der Verdichter sowie der Ventilator entsprechend hoch. So wird die Leistungssteigerung erzeugt. Konkret bedeutet
das: Wird weniger Leistung benötigt, arbeitet die Wärmepumpe auch viel leiser. Wird bei einer solchen Wärmepumpe die Schall-Leistung angegeben, welche bei einer Aussentemperatur von +15°C gemessen wurde, ist dies nicht falsch, aber ganz sicher mit Vorsicht zu geniessen. Fallen die Aussentemperaturen, müssen sowohl der Verdichter als auch der Ventilator mehr Leistung erzeugen und dementsprechend wird die Wärmepumpe um ein Vielfaches lauter werden.

Fazit:

Schallwerte sollten zum direkten Vergleich zwingend bei Voll-Last am Auslegungspunkt deklariert (direkt am Gerät gemessen) werden. Es ergibt keinen Sinn, Werte, die bei hohen Aussentemperaturen gemessen wurden, anzugeben, da die Wärmepumpe bei diesen Temperaturen kaum laufen wird. Angaben gemessen bei Voll-Last tragen dazu bei, dass es im Winter bei sinkenden Aussentemperaturen (die Wärmepumpe wird lauter) zu keinen Nachbarschaftsstreitigkeiten kommt.

Tipp:

Auch bei einer Inverter-Wärmepumpe sollten Sie sich die Werte vom Hersteller/Lieferanten schriftlich bestätigen lassen und unbedingt darauf achten, dass der Schall-Leistungspegel bei Voll-Last (Maximalbetrieb) ausgewiesen wird. So werden Sie bei einer allfälligen Nachprüfung durch die Behörden auf der sicheren Seite stehen.


Flüsterbetrieb / Silent Mode

Für den Endkunden schöne Worte? Tönt zumindest doch ganz leise. In der Praxis bewirkt dies jedoch einiges. Die Drehzahl des Lüfters wird während der Nacht gedrosselt. Dies führt automatisch zu einem leiseren Betrieb. Jedoch wird gleichzeitig bei weniger Luftvolumen die Leistungszahl (COP) reduziert. Das heisst, auch die Heizleistung wird rapide absinken. Eine Wärmepumpe muss im Schweizer Mittelland so dimensioniert sein, dass sie bei einer Aussentemperatur von -8°C theoretisch 24h im Dauerbetrieb ist und dabei die eingestellte Raumtemperatur noch halten kann.

Fazit:

Wird in der Nacht die Drehzahl des Lüfters reduziert, sinkt auch die Heizleistung. Dadurch kann es sein, dass die Wärmepumpe bei tieferen Temperaturen nicht mehr in der Lage ist, die Heizleistung zu erbringen. Damit können auch die gewünschten Raumtemperaturen nicht mehr zufriedenstellend eingehalten werden.

Tipp:

Lassen Sie sich bei Wärmepumpen mit „Flüsterbetrieb / Silent Mode“ die entsprechende Heizleistung in diesem Betrieb bestätigen. Dann können Sie jederzeit überprüfen, ob die Wärmepumpe in diesem Flüsterbetrieb tatsächlich noch genügend Heizleistung erbringt.


Schallschutzhaube

Der Trend zu Schallschutzhauben nahm in den letzten Jahren zu. Diese Hauben werden beim Luftaustritt, manchmal zusätzlich beim -eintritt angebracht und reduzieren den Schall entsprechend. Bei solchen Massnahmen dürfen je nach Schall-Schutzhaube 6-9 dB von den Ausgangswerten abgezogen werden. Ventilatoren, welche bei aussenaufgestellten Wärmepumpen zum Einsatz kommen, sind meistens für einen druckfreien (freiblasenden) Betrieb gedacht. Neben der Tatsache, dass diese Hauben nicht gerade “chic” aussehen, kosten sie eine Menge Geld. Ventilatoren verlieren mit zunehmendem Luftwiderstand an Leistung. Eine Schallschutzhaube erhöht den Luftwiderstand und führt somit zu weniger Luftmenge. Deshalb wird sich die Leistung reduzieren, vor allem wird der Wirkungsgrad (COP) um einiges schwächer.

Fazit:

Wie bereits beschrieben, reduziert eine Schallschutzhaube nicht bloss den Schall, sondern auch den Wirkungsgrad. Möchte man dies verhindern, müsste man nach dem Anbringen einer solchen Haube die Luftmenge erhöhen und die Wärmepumpe wird gezwungenermassen wieder lauter. Der gewünschte Effekt kann nicht erreicht werden!

Tipp:

Setzen Sie eine Wärmepumpe ein, welche die Schallvorgaben ohne Schallschutzhaube einhält. So erhalten Sie den Wirkungsgrad (COP), der von den Herstellern ausgewiesen wird. Vier Einheiten sind für eine Wärmepumpe massgebend. Das sind die Luftmenge (m3/h), die Leistung (kW), der Wirkungsgrad (COP) sowie die Lautstärke (dB). Verändert man einen dieser Werte, verändern sich auch die anderen Werte automatisch. Erhöht man beispielsweise die Luftmenge, erfährt man eine Leistungssteigerung und damit auch einen besseren COP-Wert. Jedoch wird sich aber im gleichen Zug durch die erhöhte Luftmenge auch die Lautstärke wieder erhöhen.


Schallschutzwand

Die Schallschutzwand wird zwischen der Lärmquelle, in unserem Falle der Wärmepumpe, und dem Nachbargebäude aufgestellt. In den meisten Fällen sieht der Nachbar die Wärmepumpe danach nicht mehr. Dies allein sorgt für eine bessere Wahrnehmung. Dennoch sprechen zwei Punkte gegen eine solche Wand. Einerseits die Kosten und andererseits die Gefahr eines Luftkurzschlusses. Wir stellen ja normalerweise auch keine Wärmepumpe in einem Meter Abstand zum Mauerwerk auf, so dass der Luftausblas gegen die Hauswand strömt.

Fazit:

Die Lärmschutzwand führt zwar meistens zu einer Schallreduktion. Dies geschieht jedoch auf Kosten des Wirkungsgrades. Die ausgeblasene Luft der Wärmepumpe prallt an der Schutzwand ab. Ein Teil dieser Luft wird von der Wärmepumpe erneut angezogen. Dadurch läuft die Wärmepumpe tiefer und deshalb weniger effizient als ohne Schallschutzwand.

Tipp:

Verzichten Sie am besten auf eine Lärmschutzwand. Die Mehrkosten sind besser in eine Wärmepumpe investiert, welche die gesetzlichen Vorgaben auch ohne bauliche Massnahmen erfüllt. Ist ein Einsatz unvermeidbar, muss zwingend ein Abstand von 2-3 m zwischen der Schallschutzwand und der Wärmepumpe eingehalten werden.

Das Einmaleins der Physik

Die Physik kann man nicht überlisten. Sobald einer der Werte: Luftmenge (m3/h), Leistung (kW), Wirkungsgrad (COP) oder Lautstärke (dB) erhöht, respektive reduziert wird, verändern sich die restlichen Werte in die gleiche Richtung.

Beispiel:

Weniger Luftmenge ergibt auch weniger Geräusche. Dafür reduziert sich leider auch die Leistung sowie der Wirkungsgrad.

 

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